Castell-Ruinen, eine beeindruckend erhaltene Thermenanlage und ein spektakulärer Römerschatz: Die Lateinklasse der 9. Jahrgangsstufe erkundete in Weißenburg das Leben am Rand des römischen Reiches.
Während die Römer in Gallien recht schnell große Erfolge erzielt hatten, sodass es bald hieß „ganz Gallien war römische Provinz", gelang dies in Germanien nicht so gut. Ein Grund war, dass die Germanen nicht in großen Städten organisiert waren und daher für die Römer wenig greifbar waren. Versucht haben sie es trotzdem und sich in Südwestdeutschland einiges Land einverleibt. Schließlich mussten sie sich jedoch eingestehen, dass eine dauerhafte Eroberung ganz Germaniens nicht vielversprechend war, und begannen, ihren Landgewinn zu verteidigen. Mit dem Bau des Limes entstand so eine noch heute vielerorts im Gelände sichtbare Grenze, an der reger Austausch zwischen den beiden Völkern entstand.
Weißenburg mit seiner Therme, den Castell-Resten und dem Römerschatz bot daher ein spannendes Ziel für eine Exkursion der Lateinklasse der 9. Jahrgangsstufe. Nach spannungsfreier und pünktlicher Anreise mit dem Zug besichtigten die Jugendlichen gemeinsam mit Frau Linke und Frau Wöhner die Ruinen des Castells, das leider nur noch als Mauerspuren auf dem Boden sichtbar ist. Dennoch ist die schiere Größe der Anlage beeindruckend. Ebenso erstaunt die Größe der Thermen, die weitaus besser erhalten sind und die Fortschrittlichkeit der Bauleute von vor 2000 Jahren demonstriert: Während im nicht-römischen Ausland fließendes warmes Wasser völlig undenkbarer Luxus war, war für die Römer eine ordentliche Thermenanlage unverzichtbarer Bestandteil ihres Alltags, und ein bisschen Protzen konnte man damit wohl auch, denn nur so erklärt sich die schiere Größe der Anlage in Weißenburg.
Abschließend erhielten die Jugendlichen eine Führung durch das Römermuseum, bei der spannende Einblicke ins römische Leben durch die vor Ort gefundenen Alltagsgegenstände gelangen: Neben wunderbar dekorierten Gefäßen, zierlichen Schmuckstücken und martialischen Waffen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, wurde auf einem Privatgrundstück eine ganze Schatzkiste mit Metallteilen und Schmuckelementen sowie mehreren Götterstatuen gefunden. Spannend, was beim Graben so alles zu Tage gekommen ist!
Der Vergleich mit heute zeigte, dass die Römer vor 2000 Jahren eine beeindruckende Kultur hervorgebracht hatten und sich technisch und architektonisch auf sehr hohem Niveau bewegt haben. Dagegen war das Mittelalter mit seiner mangelhaften Hygiene in Europa definitiv ein Rückschritt.
Nachdem der anvisierte Zug nach Neustadt aus unerfindlichen Gründen ausfiel, blieb noch Zeit für einen großen Eisbecher, ehe die Gruppe dann wieder nach Neustadt aufbrach, ins für die alten Römer nicht besiegte Germanien.
Petra Wöhner








